Archiv des Autors: Ernesto Ruge

Elektromobilität zum Frühstück

Nur an dem verkauften Strom Geld zu verdienen, ist bei Elektroauto-Ladeinfrastruktur gar nicht so einfach. Die Fahrzeuge benötigen schlicht zu wenig Strom, die Auslastung der Säulen noch zu gering und die Ladesäulen-Hardware oft noch zu teuer, als dass sich das für den Betreiber schnell rechnen würde.

Was aber, wenn man Ladeinfrastruktur einfach als Zusatzangebot für Produkte und Dienstleistungen sieht, welche man eh bereits anbietet? Wo es dann einfach für einen kleinen Aufpreis Strom dazugibt?

Diesen Weg hat die Bäckerei Schüren nun beschritten, indem sie ein spezielles E-Frühstück anbieten. Dieses besteht aus einem großen Frühstück – mit dem Bonus, dass man für einen recht kleinen Aufpreis laden kann. Je nach Art der Ladung ist der Preis gestaffelt, die CHAdeMO-Schnelladung kostet mehr als die langsamere Typ2-Ladung.

Dem Kunden einen solchen Bonus zu geben hat für alle Seiten Vorteile. Der Betreiber gewinnt neue Kunden, weil er im Gegensatz zur Konkurrenz diesen Service anbietet – und die E-Auto-Fahrer bekommen bezahlbaren Strom für ihre Fahrzeuge. Wir hoffen, dass diese Idee viele Nachahmer findet.

Im Übrigen: Elektromobilisten wären keine Elektromobilisten, wenn sie das nicht zum Anlass nehmen würden, sich nun aufgrund dieses Angebotes regelmäßig in Hilden zu treffen. Wer also Lust hat, die E-Auto-Community bei einem ausgedehnten Frühstück kennenzulernen, ist jeden Samstag ab 9:30 am Ladepark Hilden genau richtig. Für Details wie z.B. die Anzahl der Teilnehmer lohnt sich ein Blick in die Facebook-Gruppe von W-EMOBIL 100.

Das E-Frühstück der Bäckerei Schüren gibt es in zwei Varianten. Bild © Ihr Bäcker Schüren.

Das E-Frühstück der Bäckerei Schüren gibt es in zwei Varianten. Bild © Ihr Bäcker Schüren.

KIE-Lab Meilensteintagung: Welche Dienstleistungen braucht Elektromobilität?

Am vergangenen Mittwoch stellte der im Wissenschaftspark Gelsenkirchen ansässige Fiap e.V. den ersten Meilenstein des Projektes KIE-Lab vor. Hintergrund des Projektes ist die Frage, welche Dienstleistungen für Elektromobilität nötig sind. Hierzu werden Werkzeuge und Methoden entwickelt, um Kunden mit einzubinden und so Geschäftsmodelle und Infrastuktur für die nötigen Dienstleistungsangebote zu schaffen.

Wir als ruhrmobil-E e.V. waren einer der Referenten. Außerdem werden wir die dort entwickelten Tools bei uns anwenden, um weitere Ideen zu entwickeln. Denn genau beim Thema Dienstleistungen sehen auch wir noch Nachholbedarf, weswegen wir Anwendungen wie z.B. die Ladestationen-Datenbank entwickeln.

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Katy Perry und der i3 (und warum das echt gut zusammenpasst)

Zwei Mitarbeiterinnen der GLS Bank wollten einmal testen, wie sich ein Fahrzeug mit Range Extender im Alltag fährt. Den Nissan Leaf und den Peugeot iOn kannten sie schon, aber leider ist die Schnelladeinfrastruktur für eine nächtliche Strecke nach Köln noch nicht gut genug ausgebaut. Um also ein REx-Fahrzeug zu testen, haben sie unser Elektrofahrzeug für einen Tag bekommen – und folgenden Erfahrungsbericht abgeliefert. Viel Spaß beim Lesen! [UPDATE]Das E-Auto Blog E-Auto.TV hat den Post ebenfalls veröffentlicht.[/UPDATE]

Da standen wir beide nun – mit 2 Karten für Katy Perry in Köln und dem neuen Nissan Leaf meiner Freundin. Wir müssen stressfrei von Bochum nach Köln und zurück kommen. Ohne aufzutanken schaffen wir das nicht. Und vor oder nach dem Konzert eine funktionierende Schnellladesäule finden – nein, das war uns zu riskant – am nächsten Tag wartete die Arbeit auf uns (am Wochenende hätten wir es gewagt). Was nun? Zug? Ja geht: Hin auf jeden Fall – zurück eher schwierig wegen der Zeitbindung und mit 50 € pro Karte und Nase auch nicht gerade günstig.

 

Tickets waren da. Aber wie kommt man trotz fehlender Schnelladeinfrastruktur mit einem E-Auto nach Kökn?

Tickets waren da. Aber wie kommt man trotz fehlender Schnelladeinfrastruktur mit einem E-Auto nach Kökn?

Wir wollen weitestgehend elektrisch nach Köln. Flugs bei ruhrmobil-E einen BMW i3 angefragt (herzlichen Dank an Uwe von E-Auto.TV für die Vermittlung). Spannend, da stand er nun also.

Karte auf die Windschutzscheibe gelegt und die Tür öffnete sich wie von Zauberhand. In der Mittelkonsole lag der Schlüssel. Probesitzen: Ein tolles Gefühl – auf dem Fahrersitz. Als Passagier auf der Rückbank muss man sich erst an das Procedere mit den Türen gewöhnen. Die hintere Türe lässt sich nur öffnen, wenn die vordere Türe auch geöffnet ist. Hat etwas von Sokoban (dem Computerspiel) – lässt sich mit etwas Geschick aber auch bewerkstelligen. Nach kurzer Einweisung ging es los auf eine Runde um den Block. Alles klar – wir wissen Bescheid (zumindest theoretisch).

Pünktlich um 17.00 Uhr starten wir den i3 (zappen uns durch den Bordcomputer und werfen mangels eingebautem Navi doch das Handy an) und es geht los Richtung Essen und weiter nach Köln. Fährt sich super der „Kleine“ – liegt sehr gut auf der Straße. Bei Tempo 110 kommt das akustische und optische Signal der Geschwindigkeitswarnung (lässt sich individuell einstellen) und man kann es getrost ignorieren (wobei ich die meiste Zeit zwischen 95 und 110 km/h unterwegs war – das ist die ökologischte Fahrweise). Ich warte sehnsüchtig darauf, dass die Kapazitätsanzeige vom Strom auf unter 75 % rutscht und schalte den Range Extender zu. Dies muss man etwas im Auge behalten – beim späteren Starten ist dieser wieder deaktiviert und benötigt wieder 3 Klicks. [Anmerkung der Redaktion: in der Anfangszeit musste man beim i3 sehr frühzeitig den Range Extender dazuschalten. Das ist nicht mehr so, die Nutzerinnen hatten aber nur die Range-Extender-Probleme in der Anfangszeit mitbekommen, nicht aber die Lösung dieser Probleme. Das Auto macht also mittlerweile alles automatisch.] In Köln angekommen finden wir ohne Stau den Weg zum Arenaparkhaus und bekommen mit etwas List meiner Beifahrerin einen Frauenparkplatz auf Ebene E. Unser unser Armaturenbrett folgendes an:

Nach der Fahrt nach Köln sah es im Cockpit so aus.

Nach der Fahrt nach Köln sah es im Cockpit so aus.

Das gibt uns ein beruhigtes Gefühl und wir verlassen das Parkhaus. Der Ausblick von der Plattform ist traumhaft – schade, dass wir den i3 nicht mit aufs Bild nehmen konnten 😉

Das Konzert war toll – relativ wenig Kulisse, dafür viel Licht (da schließ sich der Kreis wieder zum E-Auto) und gegen 23.15 Uhr machen wir uns auf den Heimweg. Wir sind ruck zuck raus aus Köln und wollen nun für unsere Nerven doch ein paar Liter nachtanken. Auf der Autobahn A1 bei der Abfahrt Burscheid kommen wir zu einem schweren Unfall – haben jedoch Glück, dass wir spät genug dort waren, um nicht verwickelt zu werden und früh genug, bevor die Autobahn für 1,5 Stunden zum Abtransport der Unfallfahrzeuge gesperrt wurde. Wie ich am nächsten Tag gelesen habe, war ein Reifenplatzer schuld an einer Massenkarambolage mit mehreren Fahrzeugen und einem Schwer- und einigen Leichtverletzten. An dieser Stelle gute Besserung allen Beteiligten.

Der Blick von oben: ein abendliches Lichtermeer.

Der Blick von oben: ein abendliches Lichtermeer.

Nach ein paar Kilometer kommen wir nach einer endlosen Baustelle zur Raststätte Remscheid und wollen tanken. Den Rüssel in die Tanköffnung gesteckt (vorne rechts – da muss man sich auch erst daran gewöhnen 😉 ) und was passiert? Nichts. Der Mitarbeiter steckt seinen Kopf aus seinem Häuschen und ruft uns zu, dass es 00.00 Uhr ist und wir ein paar Minuten warten müssten wegen Abrechnung – kein Problem – der Tag ist ja noch jung. Ich gehe mit hoch erhobenem Haupt und dem guten Gefühl, vollgetankt zu haben, zur Kasse und lege 11 € auf den Tresen. Also denn, lasst uns die letzten Kilometer hinter uns bringen – das Bett ruft.

Im Nachtquartier (wo sonst der Nissan Leaf schläft) angekommen, muss ich den i3 relativ knapp links an der Wand parken, damit wir an die Steckdose hinten rechts kommen. Mist, die Fahrertür geht nicht weit genug auf. Also über den Beifahrersitz ausgestiegen. Das geht total unkompliziert, weil die Mittelkonsole nicht ganz bis nach vorne durchgezogen ist. Den i3 angeschlossen, blinkt er rot und meckert „nicht genügend Ladestrom“ oder so etwas. Nochmal angeschlossen und gehofft, dass er nun lädt.

Am nächsten Morgen sehen wir, dass er nicht geladen hat. Wir haben einen vollen Tank und 35 km Fahrt vor uns bis Bochum bei 55 % E-Kapazität. Also kein Problem. Wieder über den Beifahrersitz „eingestiegen“, kommt das schwierigste überhaupt: Wie bekomme ich den i3 aus der Garage (die nicht einfach frei steht), ohne ihn an einer Ecke zu touchieren? Nach einigen Versuchen überlasse ich das Ausparken der Besitzerin der Garage – das ist mir lieber 😉 Nochmal für 5 € getankt an dann wieder an den Ladepunkt gehangen, nehme ich (mit einer kleinen Träne im Auge) Abschied vom i3. Mach’s gut – vielleicht sehen wir uns ja mal wieder. Du warst uns ein toller Begleiter und ich bin – ehrlich gesagt – etwas verliebt (und das schreibt eine Frau, die ihr eigenes Auto verkauft hat und fast nur noch mit dem ÖPNV unterwegs ist).

Der BMW i3 in der Totale.

Der BMW i3 in der Totale.

Mein Fazit nach 200 km mit dem BMW i3: Ein tolles, unkompliziertes Auto, was sicherlich einen stolzen Preis hat. Mit dem Range Extender hat man quasi unbegrenzte Reichweite. Ein fest eingebautes Navi würde ich mir gönnen (während der Fahrt auf 3 Displays schauen zu müssen, finde ich etwas overdone) – und eine freistehende Garage 😉 – wenn der i3 auf meiner Liste der in 2015/2016 zu realisierenden Projekte – stünde. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich (im Gegensatz zu dem von mir bereits 4 Wochen gemieteten Peugeot iON), dass ich oft nicht wusste, „ist er jetzt an, oder nicht“? Das sehr deutliche akustische Signal gefällt mir hier beim iON besser. Ansonsten schadet auch etwas Sportlichkeit nicht im i3 – Parken um zu Tanken erfordert sicherlich so manches Mal einige unkonventionelle Ausstiege 😉

Einladung zur Jubiläumsfeier + Jahreshauptversammlung am 23.3.

Herzlich laden wir Sie ein zu:

Jahreshauptversammlung (18 – 19 Uhr)
Jubiläumsfeier: 5 Jahre ruhrmobil-E e.V. (19:30 – 21:30 Uhr)

Montag, der 23.03.2015, 18 – 21:30 Uhr; Einlass ab 17:30
GLS Bank, Christstraße 9, 44789 Bochum
Anmeldung erwünscht

Alle Mitglieder sollten bereits postalisch informiert worden sein. Wenn Sie keinen Brief erhalten haben sollten, bitte melden Sie dies bitte unter info@ruhrmobil-e.de. Danke!

Der Abend ist unterteilt in zwei Teile: zunächst findet die jährliche Mitgliederversammlung statt. Die Tagesordnung findet sich weiter unten.

Anschließend wollen wir unser Jubiläum feiern: Seit nunmehr 5 Jahren bearbeiten wir das Thema Mobilität mit dem Fokus auf Elektromobilität auf 2, 4 oder mehr Rädern sowie auf regenerative Energie. Das soll gefeiert werden. Und natürlich gibt es anschließend bei einem Snack Zeit für direkte Gespräche.

Wenn Sie nur zu unserer Jubiläumsfeier kommen möchten, so seien Sie bitte pünktlich um 19:30 am Eingang, da wir das Gebäude nicht durchgängig auflassen können und so Besucher gruppenweise einlassen werden. Selbstverständlich können Sie auch an unserer Jahreshauptversammlung teilnehmen, diese wird aber recht formal ablaufen, um der Satzung zu genügen. Oder Sie werden einfach noch vor der Jahreshauptversammlung Mitglied.

Die Ladeinfrastruktur der Umgebung kann in unserem Veranstaltungskalender eingesehen werden. Zusätzlich gibt es bei der GLS Bank mehrere Typ1 Ladepunkte für Ampera, iMiev, Leaf und Co. Auch die CHAdeMO-Säule wird am 23.3. voraussichtlich wieder funktionieren.

Weitere Termine & Hinweise

Unsere nächste Netzwerksitzung findet am Montag, den 13. April, um 18 Uhr in der Technischen Beruflichen Schule 1, Ostring 25, 44787 Bochum statt. Thema dort wird u.a. die sichere Fahrrad-Ladebox sein.

Außerdem ist die Dokumentation des ruhrmobil-E Workshops online. Die dort besprochenen Termine wurden in den neuen ruhrmobil-E Terminkalender übertragen.

Im Terminkalender finden sich auch viele weitere Termine. U.a. werden wir dieses Jahr erneut einen Elektromobilitätstag machen, voraussichtlich am Freitag, den 19.06.

Des weiteren: Jeder, der zukünftige Dienstleistungen für Elektrofahrzeuge mitbestimmen möchte, kann ab dem 23.02 durch die Teilnahme an der regelmäßigen Fahrer-Umfrage seine Erfahrungen direkt an EmoTal weitergeben. Weitere Infos und Anmeldung.

Tagesordnung der Jahresmitgliederversammlung

  1. Begrüßung der Teilnehmer
  2. Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung
  3. Feststellung der Tagesordnung mit evtl. Änderungen
  4. Wahl des Protokollführers
  5. Bericht des Vorstandes
  6. Bericht des Schatzmeisters
  7. Bericht der Kassenprüfer
  8. Aussprache über die Berichte
  9. Entlastung des Vorstandes zum Jahresabschluss 2014
  10. Besetzung des Vorstandes
  11. Neuberufung der Kassenprüfer
  12. Verschiedenes

Wenn Sie die Tagesordnung um einen eigenen Punkt ergänzen möchten, so schreiben Sie uns bitte.

Dokumentation ruhrmobil-E Workshop

Am 2.2. haben wir einen Workshop durchgeführt, bei welchem wir diskutiert haben, wie Elektromobilität in fünf Jahren aussehen könnte und welche Schritte wir bis dahin unternehmen müssen.

Ein Ergebnis ist die weitere Befüllung unseres Veranstaltungskalenders. Wir werden im Jahr 2015 und darüber hinaus noch viele weitere Veranstaltungen anbieten, um Menschen für Elektromobilität zu begeistern.

Doch auch in den anderen Gruppen wurde vieles besprochen. Insbesondere an der Ladeinfrastuktur-Gruppe gab es ein großes Interesse, ein Zeichen dafür, dass dort für die aktuellen Fahrer noch das größte Problem ist. Aber auch in den anderen Gruppen (Fahrzeugtechnik, Mobilitätskonzepte & Fahrradmobilität, Veranstaltungen) wurde intensiv diskutiert.

Die komplette Dokumentation aller notierter Stichworte können Sie hier als PDF downloaden (Link geht ins interne System). Wenn Sie mehr zu den Stichworten wissen möchten, schreiben Sie uns gerne an oder kommen Sie zu unseren Netzwerksitzungen, wo die Teilnehmer des Workshops die Stichworte gerne erläutern.

Soll 2020 beseitigt sein: das Ladekarten-Zugangschaos. Bild © Ernesto Ruge.

Soll 2020 beseitigt sein: das Ladekarten-Zugangschaos. Bild © Ernesto Ruge.

Der 19. Fachkongress Zukunftsenergien und die E-world energy & water 2015

Fachkongress der EnergieAgentur.NRW Bild © Katja Nikolic

NRW-Stand auf der E-world energy & water, Bild © Katja Nikolic

Der diesjährige Fachkongress der EnergieAgentur.NRW stand ganz unter dem Zeichen der Planung und Umsetzung der Energiewende. Dies spiegelte sich auch in den fünf parallelen Foren des Nachmittags wieder: „Erneuerbare Energien“, „Kraft-Wärme-Kopplung“, „Netze und Speicher im Kontext virtueller Kraftwerke“, „Zukünftiger Energiemarkt/Strommarktdesign“ und „Elektromobilität“.Auch im Hinblick auf das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG) und das bundesweit erste Klima-schutzgesetz in NRW mit definierten Zielen zur Treibhaus-gasreduktion wird klar, daß die Energiewende nur gemeinsam umgesetzt werden kann.

Auch die Elektromobilität wird immer mehr im Kontext von neuen Mobiliätsmodellen und umweltfreundlichem Strom gesehen. Die Forschung, vor allem auf dem Gebiet der Energieumwandlung und -speicherung, macht die Ideen von heute morgen umsetzbar, wie etwa die Forschung an der Brennstoffzelle am Forschungszentrum Jülich. Dabei wurde auf dem Fachkongress die zukünftige Entwicklung der Energiewende durchaus kritisch gesehen, wie etwa von Alexander Nolden von RWE aus Essen. Im Gegensatz zu der großen Präsenz des Unternehmens vor und auf dem Messegelände, war der NRW-Stand kleiner, jedoch nicht minder interessant. 18 Firmen aus Nordrhein-Westfalen, wie z.B. smartlab aus Aachen, präsentierten sich auf dem Gemeinschaftsstand, auch zum Thema E-mobility. Mit der auf Stadtwerke ausgerichteten Initiative ladenetz.de vertreibt smartlab grünen Strom an ca. 50 Stadtwerke.

Die Messe E-world energy & water in Essen/NRW konnte mit einer Steigerung auf rund 24.000 Fachbesucher und 640 Aussteller ihre Führung als europäische Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft behaupten. Der Klimaschutzminister des Landes NRW, Johannes Remmel, fasste in seiner Eröffnungsrede des Kongresses auf der Messe noch einmal die große Bedeutung des Landes NRW als „Klimaschutzland“ zusammen.

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Netzwerk Innenstadt NRW – Konferenz zur Digitalen Stadt: Impressionen

Auf der Tagung des Netzwerkes Innenstadt NRW am 5. – 6. Februar in Witten zum Thema Digitale Stadt organisierte ruhrmobil-E eine der beiden Mobilitäts-Stationen. Die Station bestand aus einer Führung durch das SolarCar Projekt der Hochschule Bochum sowie eine Übersicht über aktuelle Entwicklungen bei Mobiliätskonzepten. Zuvor war die Mobilitäts-Exkursion in Bottrop bei Innovation City. Aber auch auf der Konferenz in Witten selbst kam der ausgestellte i3 gut an. Hier einige Impressionen:

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Endlich Pedelecs sicher abstellen und laden: Prototyp in Bochum an der TBS1 gebaut

Pedelecs verändern schon seit mehreren Jahren den Mobilitätsmarkt: Nie war es leichter, mit dem Zweirad Steigungen und lange Strecken zurückzulegen. Doch so gut sich das Rad fährt, so schwer war es unterzubringen. Denn Pedelecs und E-Bikes sind teuer und werden daher gerne geklaut. Außerdem brauchen sie nach einer langen Tour Strom.

Das Entwicklungsteam rechts (Sven Haybach, Sascha Hoffeld, Kristof Mehlich) bei der Vorstellung. Bild © Ernesto Ruge.

Der Prototyp und sein Entwicklungsteam  (rechts: Sven Haybach, Sascha Hoffeld, Kristof Mehlich) bei der Vorstellung. Bild © Ernesto Ruge.

Im Rahmen der Weiterbildung zum „Staatlich geprüften Techniker“ hat ein Projektgruppe der Technischen Beruflichen Schule 1 dazu nun die Antwort entwickelt. Der Prototyp der Pedelec- und E-Bike-Ladestation bietet eine sichere Möglichkeit, sein Zweirad abzustellen und zu laden. Doch die Station kann noch mehr: sie wird im Endausbau transportabel und energieautonom sein.

Die Ladekabine

Das Rad wird in einer Stahlkabine mit Schließmechanismus verstaut. Die üblichen Tricks der Fahrraddiebe versagen hier schlicht deshalb, weil ein Dieb rein physisch nicht mehr an das Rad herankommt und so die üblichen Methoden wie z.B. die Überwindung der Fahrradschlösser mit Sprays  wirkungslos werden. Auch gegen Vandalismus ist die Kabine alleine schon durch die Materialwahl geschützt, ebenso wie gegen Feuer (z.B. durch Pedelec-Ladegeräte mit Fehlfunktion).

In der Kabine befindet sich eine Kippvorrichtung, mit welcher die Station feststellen kann, ob ein Fahrrad hereingestellt wurde. Zusätzlich gibt es eine durch einen Bewegungsmelder ausgelöste LED-Beleuchtung.

Die Kippvorrichtung stellt fest, ob ein Rad in der Kabine ist. Bild © Ernesto Ruge.

Die Kippvorrichtung stellt fest, ob ein Rad in der Kabine ist. Bild © Ernesto Ruge.

Ziel der Projektarbeit war Konstruktion und Fertigung einer einzelnen Kabine mit der für das ganze System erforderlichen elektronischen Zugangsberechtigung, vollständig ausgebaut können 6 Räder untergebracht werden. Zusammen ergibt dies einen Container etwa in der Größe eines Seecontainers. Genau einen solchen möchte man im Endausbau auch verwenden, so dass die Ladestation transportabel wäre. Man könnte so zum Beispiel auf Veranstaltungen wie dem Fahrradsommer der Industriekultur oder sogar dem Zeltfestival Ruhr für bessere Mobilität sorgen.

Die Energieversorgung

Auf dem Dach des Containers wird eine Photovoltaik-Anlage mit 2,1 kW Peak installiert, die zusammen mit Pufferbatterien (eine noch nicht ausgeählte industrielle, zyklenfeste OPzV-Batterie) und Wechselrichtern für eine netzunabhängige Stromversorgung der Ladestation sorgt. Zusätzlich wird ein Netzanschluss für Stromversorgung in den Fällen sorgen, wo die Solaranlage nicht ausreicht.

Verschiedene Solarmodule wurden getestet. Bild © Sven Haybach.

Verschiedene Solarmodule wurden getestet. Bild © Sven Haybach.

 

Die Solarflächen werden dabei in Ost-West Ausrichtung positioniert, damit die Anlage zu jeder Tageszeit möglichst viel Strom für die Räder bereitgestellt bekommt.

In den Kabinen wird Strom über eine Schuko-Steckdose bereitgestellt. Das Ladegerät muss der Radbesitzer selbst mitbringen – dies ist bis heute die praktikabelste Methode, da es leider (noch) keinen allgemein anerkannten Ladekabel-Standard gibt.

Der Zugang

Das Zugangssystem basiert auf den Erfahrungen mit der TBS1-Elektroauto-Ladestation. Zentrale Steuereinheit ist ein Raspberry Pi, welcher über seine vielen Ein- und Ausgänge Sensoren, Display, GSM Stick und Tastatur integriert. Das 7 Zoll Display führt den Nutzer durch den Anmeldevorgang, die Interaktion erfolgt über die Tastatur.

Die Bedienung erfolgt über eine Tastatur und ein 7'' Display. Bild © Ernesto Ruge.

Die Bedienung erfolgt über eine Tastatur und ein 7“ Display. Bild © Ernesto Ruge.

Die Authentifizierung erfolgt über eine hinterlegte Handynummer per Anruf oder durch eine zuvor hinterlegte PIN. Anfangs wird die Nutzung nur für Mitglieder des TBS1-Fördervereins möglich sein.

Der Raspberry Pi ist mit dem Betriebssystem Raspbian und einer von der Projektgruppe speziell für die Pedelec-Ladestationin der Programmiersprache Python entwickelte Software ausgestattet. Der Raspberry kostet trotz umfangreicher Funktionalität nur 30 Euro, so dass diese Plattform entsprechenden Industrieanlagensteuerungen vorgezogen wurde.

Die zentrale Steuereinheit: der Raspberry Pi (mittig). Bild: Ernesto Ruge.

Die zentrale Steuereinheit: der Raspberry Pi (mittig). Bild: Ernesto Ruge.

Weitere Informationen kann man auf der Projekt-Homepage abrufen. e:motion hat sich das Projekt einmal genauer angeschaut und ein kleines Video gedreht.

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Einladung zum ruhrmobil-E Zukunftsworkshop am 2.2.

Vor 5 Jahren, am 2.2.2010, wurde der Verein ruhrmobil-E gegründet. Deswegen wollen wir uns am gleichen Datum und Ort Gedanken darüber machen, wie Elektromobilität in 5 Jahren aussehen sollte – und was wir jetzt tun müssen, um dorthin zu kommen.

Was? ruhrmobil-E Zukunftsworkshop
Wann? 2. Februar 2015, 18 bis 21 Uhr
Wo? Stadtwerke Bochum, Ostring 28, 44787 Bochum

Während die öffentliche Feier im März zusammen mit der Mitgliederversammlung stattfinden wird, werden wir uns am 2.2. Gedanken über die Zukunft machen. Dabei soll es ganz praktisch vorgehen: neben der Entwicklung einer Vision wollen wir auch ganz konkret die nächsten Schritte besprechen. Das beinhaltet auch die Betrachtung von den aktuellen Förderprojekten: Was sollten wir jetzt öffentlich fördern, damit wir in fünf Jahren viel mehr umweltfreundliche Elektromobilität haben? Aber auch: Welche Veranstaltungen sollen wir machen?

Akteure aus der weiteren Nachbarschaft sind herzlich eingeladen, ebenfalls teiltzunehmen. Elektromobilität macht nur gemeinsam Sinn, man möchte ja nicht nur in der eigenen Stadt fahren – und auch die Umsetzung von Projekten und Events ist gemeinsam einfach besser.

Eine Anmeldung unter info@ruhrmobil-e.de ist wünschenswert. Wir freuen uns auf viele Teilnehmer!